ansonsten würde ich aber dem rat bezüglich
LIZETAN NICHT FOLGEN.
denn die sog. "neonicotinoiden"wirkstoffe -z.b. Imidacloprid-
in pflanzenschutzmitteln sind inzwischen verboten,
(naja B., man kann nicht alles wissen) 
siehe hier
http://www.bvl.bund.de/DE/04_Pflanzenschutzmittel/05_Fachmeldungen/2013/2013_07_12_Fa_Aenderung_Neonicotinoide.html
Hallo Goofy, wer hat denn welchen Rat bezüglich Lizetan erteilt? Ich kann in diesem Thread nichts finden.
Lizetan ist ein Handelsname für ein Insektizid/Akarizid von Fa. Bayer. Der Hersteller hat auf das Verbot von Imidacloprid reagiert und unter dem alten Namen ein neues Mittel in den Handel gebracht. Wahr ist (Danke für den Link), daß Imidaclopridhaltige Mittel nicht mehr verkauft oder benutzt werden dürfen. Diese Tatsache war im Herbst recht präsent in der Presse und ist auch in einigen Foren diskutiert worden. Dein Hinweis bezieht sich vermutlich auf das alte Lizetan, die neue Formel darf verkauft und angewendet werden. Insofern habt Du und Berthold beide Recht.
Als Forenbetreiber achten wir stets darauf, daß für einzelne kommerzielle Produkte weder positiv noch negativ geworben wird. Darum an dieser Stelle der Hinweis, daß auch andere Firmen für den Haus-und Kleingartenbereich geeignete Schädlingsbekämpfungsmittel anbieten. Beratung bietet der Fachhandel.
Zurück zum Thema:
Wenn ich meine >500 Pflanzen im GWH mit Spiritus einnebeln würde, würde es mir hinterher wahrscheinlich ziemlich gut gehen. Jedenfalls wenn ich keinen Atemschutz trage. Der Alkoholgehalt der Luft wäre beträchtlich. Für mich käme also nur eine punktuelle Anwendung in Frage. Eine 70%ige Ethanollösung (Propanol geht auch) ist ein wirksames Flächendesinfektionsmittel und wird im Labor und Medizinbereich häufig angewendet. Wie Berthold schrieb, wirkt es gut gegen Mikroorganismen. Wie die Wirkung auf Arthropoden ist, weiß ich nicht. Alkohol im Übermaß wirkt vermutlich giftig. Das Rezept mit 50% Wasser und 50% Spiritus (ca. 90% Ethanol) wäre im Mikrobiologiebereich unwirksam.
Alkohole sind auch Lösungsmittel für Fette und Wachse, insofern kann ich mit vorstellen, daß ev. vorhandene Wachsschichten auf Pflanzen angegriffen werden. Was Alkohole innerhalb der Pflanze machen, weiß ich nicht. Alkohol als Treibmittel kann auch schädlich wirken, wenn durch die Verdunstung Wärme entzogen wird (Erfrierungen/Kälteschäden). Ich hätte große Bedenken, den Wurzelballen mit Ethanol zu behandeln. Ich hätte Sorge, daß der Alkohol die Wurzeln dehydriert.
Ein Nachteil in meinen Augen ist die reine Kontaktwirkung. Wollis können sich hervorragend verbergen und sitzen auch gern unter den Hüllblättern, z.b. von Cattleyen. Wird der Spiritus sie dort erwischen?
Das Rezept mit 20-30 ml Brennspiritus auf 1 Liter Lauge finde ich seltsam. Ich kann mir den Effekt des Spiritus darin nicht erklären. Vielleicht liegt ein Fehler vor? Ein Spritzer Seifenlauge auf 1 Liter 70%ige Ethanollösung wird die Benetzbarkeit erhöhen.
Ich persönlich würde Alkohol zur Schädlingsbekämpfung nur punktuell im Haus anwenden und die Wirkung auf die Pflanzen testen. Wenn es wirkt und die Pflanzen nicht schädigt, ist das sicher eine gute Alternative zur "Chemie".